Wirkt sich das Hawk-Eye in der Fußball-Bundesliga auf Sportwetten aus?

sportwetten-hawk-eyeNach einem sorgfältigen Systemkamera Test haben sich die DFL und der DFB darauf geeinigt, in der Fußball-Bundesliga das Ballverfolgungssystem Hawk-Eye einzusetzen, das sich in anderen Sportarten wie Tennis bereits seit langem bewährt hat. Der Schiedsrichter empfängt ein Signal auf seiner Uhr, wenn der Ball die Torlinie im vollen Umfang überschritten hat.

Nur in diesem Fall gilt laut Fußball-Spielregeln ein Tor als erzielt. Weitere Einsatzmöglichkeiten wie die Kontrolle des Überschreitens der Seitenauslinie oder der Torauslinie werden bislang im Fußballsport nicht genutzt, sind technisch jedoch jederzeit umsetzbar.

Keine fehlerhaften Torentscheidungen dank des Hawk-Eyes

Durch den Einsatz der automatischen Torerkennung werden Fehlentscheidungen ebenso wie Diskussionen, ob der Ball die Torlinie in seinem vollen Umfang überschritten hat oder nicht, vermieden. Das technische Torerkennungssystem arbeitet fehlerfrei. Der Schiedsrichter muss somit nicht mehr entscheiden, ob der Ball hinter der Linie war oder bereits vor der Torlinie aufgesprungen ist. In seltenen Fällen fängt der Torwart einer Mannschaft den Spielball nicht rechtzeitig vor, sondern erst nach dem Überschreiten der Torlinie.

Diese Spielzüge wurden bislang von den meisten Schiedsrichtern nicht als Treffer wahrgenommen, vor allem wenn der Torhüter überzeugend das rechtzeitige Ergreifen des Balles spielte. Mitunter kam es auch vor, dass der Unparteiische einen Treffer gegeben hatte, obgleich der Spielball wahrscheinlich die Torlinie nicht oder nicht in seinem vollen Umfang überschritten hatte. Am bekanntesten ist das sogenannte Wembley-Tor im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft des Jahres 1966, das England mit 4:2 nach Verlängerung gegen Deutschland gewonnen hatte.

Wie wirkt sich das Torerkennungssystem auf Fußballwetten aus?

Auf Sportwetten wirkt sich das Hawk-Eye nur indirekt aus. Da Fehlentscheidungen hinsichtlich erzielter oder eben nicht erzielter Tore künftig ausgeschlossen sind, enden Fußballspiele häufiger als zuvor mit dem fairen Resultat. Nicht ausgeschlossen sind weiterhin Fehler von Schiedsrichtern und Assistenten hinsichtlich einer Abseitsstellung. Auch ein Stürmerfoul kann weiterhin von den Unparteiischen übersehen werden.

Es ist denkbar, dass Livewetten auf einen Treffer in der Restspielzeit häufiger als früher getroffen werden, da die Kamera ein Tor meldet, das der Schiedsrichter ohne das technische Hilfsmittel nicht erkannt hätte. Auf der anderen Seite ist auch der umgekehrte Fall möglich, bei dem der Unparteiische ein irreguläres Tor gegeben hätte. Das Hawk-Eye führt somit bei Sportwetten ebenso wie bei der Spielwertung zu größerer Gerechtigkeit, es wirkt sich aber nicht auf die Quoten aus.

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